In „Wenn ein Licht leuchtet“ sitzt ein Kind am Abend am Fenster und schaut auf eine dunkle, stille Straße. Im Kinderzimmer entzündet es ein kleines Licht. Von außen sieht man den erhellten Raum – und eine Person bleibt stehen, weil das warme Leuchten auffällt. Kurz darauf wird auch das Haus gegenüber hell. Schließlich leuchten viele Fenster in der Straße.
Die Nacht bleibt dunkel, doch sie wirkt nicht mehr leer. Das Kind schaut hinaus und spürt: Ein Licht kann etwas verändern. Die Geschichte arbeitet mit einer klaren Bildfolge, einfachen Sätzen und einer ruhigen Steigerung. Sie eröffnet Gesprächsanlässe über Dunkelheit und Licht, Alleinsein und Verbundenheit – und lässt zugleich Raum für symbolische Deutungen, etwa im Religionsunterricht.
Das Bilderbuch wurde von ru-digital als eigenes OER-Projekt entwickelt und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung. Es kann im Unterricht frei eingesetzt, angepasst und weiterentwickelt werden und versteht sich als offenes, kollaborativ nutzbares Bildungsmedium.
„Wenn ein Licht leuchtet“ eignet sich besonders für das dialogische Vorlesen in Klasse 1 und 2. Die klare Bildabfolge ermöglicht es Kindern, Ursache und Wirkung nachzuvollziehen: Ein Licht wird entzündet – jemand bemerkt es – ein weiteres Licht geht an – schließlich leuchten viele Fenster. Beim Vorlesen empfiehlt sich ein bewusst ruhiges Tempo mit Pausen für Bildbetrachtung und Vermutungen. Leitfragen können sein: Was verändert sich auf der Straße? Warum bleibt die Person stehen? Wie fühlt sich das Kind am Anfang – und am Ende?
Didaktisch lässt sich das Buch im Bereich soziales Lernen (Gemeinschaft, Mitgefühl, kleine Zeichen mit großer Wirkung) ebenso einsetzen wie im Religionsunterricht. Das Motiv „Licht“ kann symbolisch erschlossen werden: Wofür steht Licht? Wann habe ich selbst schon einmal „Licht“ erlebt? Eine religiöse Öffnung ist möglich, aber nicht zwingend, z. B. mit dem Impuls: Manche Menschen sagen: Gott ist wie ein Licht.
Als Creative-Commons-lizenziertes OER-Medium von ru-digital bietet das Bilderbuch zudem medienpädagogische Chancen: Lehrkräfte können Texte anpassen, eigene Illustrationen ergänzen, Differenzierungsversionen erstellen oder das Material gemeinsam mit Lernenden weiterentwickeln. Damit wird nicht nur Inhalt vermittelt, sondern auch ein reflektierter Umgang mit offenen Bildungsressourcen gefördert.